"Draußen vor der Tür" Szenarische Lesung

„Draußen vor der Tür“ ist ein von Wolfgang Borchert innerhalb von 8 Tagen verfasstes Drama, in dem ein Veteran namens Beckmann aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrt und keinen Gefallen mehr an dem Leben in seiner Heimat findet.

Sein erster und einziger Gedanke ist, sein Leben hier und jetzt zu beenden. Er beschließt sich in die Elbe zu werfen, jedoch scheitert der Selbstmordversuch, denn er wird wieder zurück an das Ufer geschwemmt.

In dem Stück, das an einem Abend spielt, trifft er auf viele Gestalten, zum Beispiel ein Mädchen, welches ihm die alte Kleidung ihres verschollenen Mannes gibt, damit Beckmann nicht frieren muss. Auch kehrt er wieder nach Hause zurück um seine Eltern zu sehen, jedoch erfährt er von einer Frau Kramer, dass die beiden sich das Leben genommen haben. Als er nun endgültig aufgeben will, trifft er auf sein zweites Ich. Es versucht ihn eigentlich immer optimistisch umzustimmen, aber jegliche Versuche scheitern. Nach einem merkwürdigen Traum bemerkt Beckmann, dass er sich nicht das Recht nehmen kann, sein Leben im Selbstmord enden zu lassen. Er muss weiterleben- mit all seinen Verlusten.

Unser Religionskurs der 11. Klasse hatte sich die schwere Aufgabe gestellt mit viel Arbeit dieses anspruchsvolle Stück von Wolfgang Borchert in einer szenischen Lesung aufzuführen. Der Veranstaltungsort, die Heringsdorfer Kirche, war an diesem besonderen 8. Mai (70. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus)  voll besetzt und man bemerkte die Anspannung, sowohl bei den Akteuren als auch beim Publikum. Herr Beyrich als Kurslehrer und seine Schüler schafften es ihren Zuschauern einen Eindruck in die schwierige Situation nach Kriegsende zu geben. Allen Darstellern gelang eine überzeugende inhaltliche Lesung und schauspielerische Leistung. Dabei ist besonders  Albert Schulze hervorzuheben, denn er übernahm die Hauptrolle des Beckmann, welche mit  sehr umfangreichen emotionalen Texten  angelegt war. Am Ende sah man allen Schauspielern die Erschöpfung sowie die Erleichterung an. Mit sehr langem Applaus würdigte das Publikum  die Arbeit der Schüler  sowie die Zusammenarbeit mit dem Künstler Jaspar Libuda, der die Aufführung musikalisch umrahmte.

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