Ein Zeitzeugengespräch auf dem Golm

Am 13.03.17 waren die Klasse 10Ga und Marcus Seeck von der Schülerzeitung bei einer Zeitzeugenbefragung des Herrn Dr. Langheim. Wir trafen uns um 8:30 um dann mit dem Bus zur Jugendbegegnungsstätte Golm zu fahren. Dort trafen wir auch eine Klasse von der Ostseeschule Ückeritz, welche ebenfalls an der Befragung teilnahm.

Zeitzeugengespraech 13

 

Dann ging es in das Gruppenhaus, wo wir  uns mit unserer Betreuerin Tina zur Einstimmung auf das Thema unterhielten. Am Beispiel von Familienporzellan von Herrn Langheim wurde uns erklärt, was überhaupt Zeitzeugnisse sind und was wir den nächsten Generationen erzählen würden, wenn wir denn Zeitzeugen wären. Es folgten Informationen, was am 12. März 1945 in Swinemünde geschehen ist. Danach gingen dann alle gemeinsam auf den Golm, um dort eine Karte mit Aufklebern zu füllen, die uns zeigten, was genau sich wo auf dem Golm befindet. Dabei konnten wir einiges entdecken, z.B. den Aussichtspunkt auf Swinemünde. Dann, als alle wieder am Startpunkt angelangt waren, legten wir noch eine Schweigeminute ein, die die  Klasse aus Ückeritz mit einem Gedicht beendete. Danach ging es dann zurück zur JBS, um dort Mittag zu essen, wo dann einige auch schon auf Herrn Langheim stießen. Nach dem Essen ging es zur Befragung. Insgesamt war es für beide Seiten eine große Bereicherung, und alle konnten etwas lernen. Herr Langheim erzählte uns viel von seinen positiven als auch negativen Emotionen, als er fünf Jahre alt war und die Bombardierung Swinemündes miterleben musste. Ein Erlebnis war z.B., dass er von den Soldaten abgeholt werden sollte, die Mutter allerdings darauf bestand noch Bratkartoffeln zu machen. Doch als der junge Herr Langheim aus dem Fenster sah, fielen ihm komische Staubwolken auf und Dinge, die vom Himmel fielen. Danach ging alles ganz schnell und sie mussten Schutz in den Kellerräumen suchen.  Das hat ihn stark geprägt. Er erzählte uns aber auch viele Lebensweisheiten, die er über die Zeit angesammelt hatte. Ebenfalls hat er mit uns über die Zeit nach der Bombardierung gesprochen, vor allem wie sein Leben weiterging. Außerdem erfuhren wir etwas über das Porzellan, welches uns am Anfang des Tages gezeigt wurde. Es war ein Zeitzeugnis, welches die Bombardierung Swinemündes unbeschadet überstanden hatte und dann in der Familie nur noch zu speziellen Anlässen aufgedeckt wurde. Als das Familienporzellan an Herrn Langheim weitergeben wurde, hat er es freundlicherweise der JBS Golm zur Verfügung gestellt. Dieses Erlebnis war sehr lehrreich für uns Teilnehmer und hat einigen von uns ein wenig die Augen geöffnet über die Ereignisse damals auf unserer Insel. Die Befragung war vor allem auch etwas Seltenes, denn es gibt leider nicht mehr viele Zeitzeugen aus dieser Zeit, deshalb sind alle Beteiligten glücklich noch etwas davon erfahren zu haben.

M. Seeck

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